Recherche und Zitation

Richtig zitierenRecherche und Zitation gehören zu jedem guten Sachbuch oder Ratgeber. Es gilt herauszufinden, was zu Ihrem Thema aktuell veröffentlicht ist, wohin sich das Thema entwickelt und was andere schlaue Leute, also Autoren, dazu gesagt oder geschrieben haben. Recherchieren Sie online über Google, Amazon, das Börsenblatt des deutschen Buchhandels und Buchhandel.de. Gehen Sie in gut sortierte Buchhandlungen und stöbern Sie nach Büchern aus Ihrem Themenbereich. Wo sind sie platziert? Finden sich Autoren zu Ihrem Thema in Bestseller-Listen? Wie sind die Bücher aufgemacht? Welche Verlage haben Ihr Thema im Programm?

Recherche und Zitation: Buchwelten

Mich haben solche „haptischen Spionageaktionen“ in der wahren Bücher-Welt immer sehr motiviert, mein eigenes Buch anzufangen oder endlich fertig zu stellen. Runden Sie diesen Überblick in einer guten Buchhandlung mit einem Gespräch mit einem qualifizierten Mitarbeiter ab. Anregungen für Fragen:

  • Einstieg: Welche Bücher aus diesem Themenbereich sind neu erschienen?
    Mitarbeiter können schnell via Computer nachschauen, was es Neues gibt.
  • Welche Bücher sollte man aus diesem Themenbereich gelesen haben?
  • Welches Buch verkauft sich besonders gut?
  • Welcher Verlag ist hier besonders aktiv?
  • Ich schreibe gerade an einem Buch in diesem Themenbereich. Welchen Verlag würden einem Autor empfehlen? (falls Sie mit dem Gedanken spielen, bei einen Verlag verlegen zu lassen)

Zitation: Wie genau?

Aktuelle Veröffentlichungen und populäre oder fachlich besonders anerkannte Autoren eignen sich für Zitate, weil Sie dadurch zeigen, dass Sie aktuell und fachlich kompetent sind. Wenn Sie beispielsweise über Kommunikation schreiben kommen Sie um Schulz von Thun, Rosenberg, Birkenbihl, Watzlawick und Molcho nicht herum. Kern-Aussagen der Experten zu Ihrem Thema zitieren Sie als Kompetenz-Verstärker oder zur Bestätigung eigener Aussagen oder Thesen in Ihrem Buch. Professionelle Recherche und Zitation hängen also eng zusammen

Dabei ist es geboten, dass Sie alles, was Sie von anderen Autoren übernehmen direkt (Wort für Wort) oder indirekt (sinngemäß) zitieren. Beim direkten Zitat kennzeichnen Sie den Text mit Anführungs- und Schlusszeichen („…“), Zitate im Zitat in halbe Anführungs- und Schlusszeichen (´…`). Auslassungen, wenn Sie beispielsweise einen Absatz überspringen, kennzeichnen Sie durch eckige Klammern […].

Beim indirekten Zitat geben Sie die Informationen, Fakten oder Aussagen eines Autors mit eigenen Worten wieder. Hier benutzt man gerne eine Hinführung wie: „Nach Schulz von Thun findet Kommunikation immer über „vier Ohren“ statt… .“ Dazu nennen Sie die Quelle korrekt mit Autor, Werk, Verlag, Auflage, Jahr, Seitenangabe, alles unter dem Hinweis „Vergleiche“. Zitieren Sie Texte aus dem Internet, geben Sie Autor, Titel, Weblink und Datum des Tages an, an dem Sie das Zitat entnommen haben.

Beispiel „originalgetreues Übernehmen von Zitaten, auch mit Fehlern“, Holger Matthes, Diplom-Reader, Zitiertechniken:

„(…) Zitate müssen vollständig und originalgetreu übernommen werden, auch wenn das Original fehlerhaft ist, in einer Fremdsprache verfasst wurde oder der grammatikalische Zusammenhang nicht mit dem eigenen Text übereinstimmt. Derartige Fehler werden im Zitat mit [sic] gekennzeichnet.“[1]

Unter folgendem Link finden Sie die Zitationsregeln für wissenschaftliche Arbeiten – so machen Sie bestimmt alles richtig. Hier klicken zu den Zitationsregeln.

Natürlich kann und muss man nicht alles selbst neu erfinden, um ein Sachbuch interessant und gehaltvoll zu gestalten. Gute Zitate helfen die Kompetenz zu untermauern und machen ein Sachbuch interessanter, wenn sie sparsam und dramaturhgiesch gezielt eingesetzt werden. Wichtig ist, dass Sie die Ideen und Erkenntnisse anderer Autoren nicht als die eigenen „verkaufen“ (Plagiat). Darüber stolpern gerne Personen der Öffentlichkeit mit ihren Doktorarbeiten. So also bitte nicht.

Empfehlung: Erstfassung ohne Zitate

Als Sachbuchautor sind Sie in Ihrem Thema Experte. Sie sollten es jedenfalls sein. Schreiben Sie Ihr Buch in der ersten Fassung ganz ohne Verweise und Zitate. Merken Sie nur an, welches Zitat Ihnen zu welcher Passage im Text einfällt. Das hat den Vorteil, dass Sie erst einmal feststellen, wie groß Ihr eigener Beitrag zum Thema ist. In der zweiten Schreibfassung können Sie dann Zitate ergänzen, wo es sinnvoll ist und dem Leser weiterhilft – Zusatzinformation, Beweis (Studien, Untersuchungen etc.), Geschichten, Unterhaltsames etc.

Es geht auch ohne Zitate

Sie können Sachbücher und Ratgeber auch ohne Zitate und Input anderer Experten und Autoren verfassen. Gerade Trainer, Coachs oder Berater, die ein Fachthema publizierten, sind selbst Experten Ihres Themas. Sie können aus Skripten Ihrer Seminare, Rückmeldungen von Teilnehmern, eigenen Studien und den eigenen Erlebnissen in Trainings, Coachings oder aus der Beratungspraxis schöpfen. Da steckt dann viel Neues, selbst Erlebtes und Eigenes drin. Ihre Erkenntnisse, Erfahrungen, Beispiele und Geschichten aus der Praxis. Und alleine das macht ein Buch interessant und leserfreundlich, denn nichts ist trockener und langweiliger als reine Fakten und nichts ist spannender als Geschichten.

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Quelle:
[1] Holger Matthes, Diplom-Reader, Zitiertechniken, http://www.holgermatthes.de/diplom-reader/diplomarbeit/zitiertechniken.php, 20.08.2015

Bildnachweis:
bigstock-Couple-of-two-funny-mimes-isol-71706409

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