Gutes Schreiben eigenes Buch

Eigenes Buch: gutes Schreiben

Fach- oder Sachbücher sind ein Kapitel für sich. In Deutschland neigen die Autoren von Fachbüchern dazu, zu kompliziert und zu akademisch zu schreiben. Das klingt dann kompetent und wichtig, wird aber von vielen Lesern nicht gut verstanden. Hier kommt die Zielgruppe ins Spiel. Ein Fach buch richtet sich in der Regel an Fachleute im weitesten Sinn, ein Sachbuch an ein breites Publikum.

Nicht jeder ist zum Schreiben geboren. Manches Thema ist spannend und leider schlecht dargeboten, weil kompliziert, unverständlich, unlogisch, langweilig geschrieben. Machen Sie einfach das Gegenteil. Und seien Sie nicht geschockt, wenn Ihr Stil nicht jedem gefällt. Jedem gefallen heißt niemandem gefallen.

Kriterien für gutes Schreiben

  • Verständlich
    Wenn Sie ein Buch publizieren möchten, sollten Sie syntaktische und gammatikalische Verifizierungen vornehmen sowie explizit marketingrelevante Strategien evozieren, unter Berücksichtigung der „state-of-the-art“ – Kriterien. (so eher nicht)
  • Flüssig
    Schreiben Sie in kurzen Aussage- und Relativsätzen. Ein  Wortlänge zwischen 12 unds 18 Wörtern passt dafür gut.
  • Logisch aufbauend
    Schreiben Sie vom Bekannten zum Unbekannten. Klären Sie erst Sachverhalte und Begriffe, bevor Sie darauf wieder davon sprechen oder sich darauf beziehen
  • Lebendig
    Würzen Sie die Theorie mit Beispielen aus der erlebten Praxis, mit humorvollen Erlebnissen und mit Geschichten
  • Einfach
    Schreiben Sie Deutsch. Vermeiden Sie Fachbegriffe und Fremdwörter. Oder erklären Sie sie beim ersten Auftauchen
  • Unterhaltsam
    Das hat etwas mit dem wahren Leben zu tun. Erzählen Sie Geschichten, die Sie zum Thema erlebt oder gehört haben. Beziehen Sie erhellende und humorvolle Zitate ein, gerne auch einen Witz zum Thema
  • Richtig & korrekt
    Grammatik und Rectschraibunk müssen passen. Gönnen Sie sich ein Profi-Lektorat oder mindestens ein professionelles Korrektorat.

Beispiel (aus „So ticken wir“)

Wir Menschen halten uns alle für sehr individuell. In gewisser Hinsicht sind wir das, in anderer Hinsicht nicht. Jeder Mensch hat andere Erfahrungen und Lernprozesse hinter sich, jeder Mensch ist eine ganz eigene Kombination aus Erbgut und Umwelterfahrungen. Deshalb ist die einfache Weisheit „jeder Jeck ist anders“ gerade für die Kommunikation und das Verhalten sehr wichtig. Andererseits sind wir auch das Produkt einer langen Evolution, die uns in vielerlei Hinsicht sehr ähnlich macht. Bestimmte Zustände oder Signale lösen bei den meisten Menschen ähnliche Reaktionen aus. Für Kommunikation und Verhalten (erkennen, steuern), ist das eine gute Sache, denn die dahinter steckenden Gesetzmäßigkeiten, Regeln oder auch psychologische Phänomene helfen Ziele besser verfolgen zu können. Man muss eben nur wissen, wie die Regeln dahinter funktionieren. Einer, der sich sehr gut damit auskennt und das genau weiß, ist der amerikanische Psychologe Robert Cialdini. Für alle, die sich intensiv mit diesem Thema beschäftigen wollen, weise ich auf sein Buch „Die Psychologie des Überzeugens“ hin. Er hat intensiv untersucht und in diesem Buch dargestellt, welche Automatismen in uns wirken und uns zu einem bestimmten Verhalten quasi „zwingen“. Er nennt das “Klick-surr“. Frei übersetzt: eine Person drückt auf den passenden Knopf – klick – und schon läuft ein automatisches Programm ab – surr. Über diese automatisch ablaufenden Reaktionsmuster können Kommunikationssituationen sehr stark durch den Sender beeinflussen werden. Wenn ich weiß, wie der Mensch tickt, kann ich das nutzen, um eine gewünschte Reaktion und Handlung zu fördern.

Dazu ein erstaunliches Beispiel:

In einem Experiment haben bereits Ende der siebziger Jahre Psychologen nachgewiesen, dass wir relativ leicht und schnell Wünsche erfüllen, wenn dazu eine einfache Begründung geliefert wird. Es braucht also nicht viel dazu, uns herum zu bekommen. Dahinter steckt, dass die meisten Menschen einfach gerne einen Grund haben wollen für das, was sie tun oder lassen. Das Experiment fand in einer Bibliothek an einem Kopierer statt, an dem Leute anstanden. Eine Versuchsperson bat die Leute, sie vor zu lassen. „Verzeihung, ich habe fünf Seiten zum Kopieren. Können Sie mich bitte vor lassen, weil ich es eilig habe.“ Der Bitte mit Begründung wurde in fast 100 Prozent der Fälle entsprochen. Ließ die Versuchsperson die Begründung einfach weg, waren nur noch etwa 60 Prozent der Schlangensteher einverstanden.“
Quelle: Jürgen Zirbik: So ticken wir, Nürnberg, 2012, S.28

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